Winzer und Social Media im Zeichen der Corona-Krise

Die Tage gibt es fast nur ein Thema – die Corona-Krise. Und nahezu alle Branchen sind hierdurch betroffen, viele stehen am Rande ihrer Existenz und haben Zukunftsängste.

Auch die Weinbranche, die ohnehin in den vergangenen Jahren nur geringe Wachstumszahlen verbuchen konnte, ist betroffen. Und dass, obwohl die Qualität in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen ist und sich Deutscher Wein – auch über die Grenzen hinaus – steigernder Beliebtheit erfreut. Große deutsche Rieslinge, gerne auch gereift, dürfen auf keiner Weinkarte von Restaurants mit internationalem Ruf fehlen. Gleichzeitig wurde viel Geld in Kellertechnik und Vinotheken investiert.

Eigentlich hätte vergangenes Wochenende die Weinmesse ProWein in Düsseldorf stattfinden sollen, zu der viele Winzerinnen und Winzer ihre bereits abgefüllten Weine des Jahrgangs 2019 präsentieren wollten. Die gesamte Branche versammelt sich dort jeden März, Termine am laufenden Band und die ersten Reservierungen und Großbestellungen werden verhandelt. Und auch nach Messeschluss in der Düsseldorfer Altstadt wird der ein- oder andere Deal eingefädelt. Doch dazu kam es aus den bekannten Gründen nicht.

Die aktuelle Situation stellt sich so dar: Restaurants durften bis heute (20.3.) bundesweit nur von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet haben – in vielen Bundesländern dürfen sie gar nicht mehr öffnen, alle Weinfeste und sonstigen Veranstaltungen sind bereits abgesagt worden und selbst wenn man Verträge mit großen Händlern, Fluggesellschaften oder Kreuzfahrtschiffen gemacht hat, weiß man nicht, ob diese die gebuchten Kontingente abrufen. Verträge sind dort häufig unüblich oder es gibt entsprechende Ausstiegsklauseln. Und welcher Winzer kann es sich schon erlauben, mehrere Jahre zu prozessieren.

Demnach setzen viele nun auf den Direktvertrieb und nutzen unter anderem die vorhandenen Instagram oder Facebook Seite um entsprechende Angebote zu platzieren. Doch dies führt nur dann zum Erfolg, wenn bereits in der Vergangenheit eine Community aufgebaut wurde und man eine möglichst große Fangemeinde hinter sich weiß. Und sich eine solche aufzubauen, ist kein einfaches Unterfangen und bedarf einer Strategie, Zeit, Kreativität, Affinität zur Technik und nicht zu vergessen eine gewisse Art von Exhibitionismus. Um das an dieser Stelle deutlich zu sagen: Social Media ist nichts, was man mal „einfach so nebenher mit macht“. Die Klickzahlen auf Instagram sind heute bei weitem höher als auf Internetseiten. Und dass man mit 5.000 Followern einen höheren Absatz als mit 500 generieren kann, sollte jedem einleuchten. Sollte man keine Fangemeinde hinter sich vereint haben,  kann man Angebote kostenpflichtig bewerben.  Dies muss aber teuer bezahlt werden und ist nur bedingt nachhaltig. Denn Personen, die sich entschieden haben, Deinem Weingut zu folgen – haben bereits eine gewisse Affinität zum Wein, Weingut oder den Winzern.

Dass Marketing das wichtigste Instrument ist um Weine zu verkaufen, sollte zwischenzeitlich jeden erreicht haben. Ein guter Wein ist ohne gutes Marketing – also eine gute Story – nichts. Ein mittelmäßiger Wein mit einem guten Marketing kann unbegrenzten Absatz schaffen.

Ich würde mich freuen, mit dem ein oder anderen in den Dialog zu kommen. Falls Ihr Fragen zu Social Media in Eurem Weingut habt oder neue Ideen für Absätze generieren wollt, meldet Euch gerne bei mir!

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